Kinderhilfe Mongolei

Die Arbeit

              In dem kleinen Ort Schar- Hooloi, 30 km vom Stadtzentrum Ulaan Baatars entfernt, inmitten fast unberührter Natur, entstand ein Kinderdorf, in dem Straßenkindern neue Hoffnung gegeben werden soll.

Die Kinder, die in dem Kinderdorf leben, werden von staatlichen Auffangeinrichtungen und privaten Kinderheimen vermittelt. 2003 kamen die ersten 2-3 Jahre alten Kinder aus einem staatlichen Kinderheim, in dem die sogenannten „weggeworfenen Kinder“ notdürftig versorgt wurden. Sie waren im Säuglingsalter an Bußhaltestellen, in Hausfluren etc. ausgesetzt worden. Die zwei Jahre Trostlosigkeit im Heim standen ihnen im Gesicht geschrieben. Alleine durch das Gefühl der Geborgenheit und Zuwendung in einer Familie veränderte sich das Aussehen der Kinder innerhalb von 6 Monaten drastisch. Alle Kinder entwickelten sich zu fröhlichen kleinen Persönlichkeiten.

Der mongolische Staat ist noch recht jung. Die Behörden befinden sich nach wie vor in einer „Findungsphase“. Die Vorschriften für ausländische Heimeinrichtungen entwickeln sich immerfort in unvorhersehbaren Richtungen.
Als die Kinder schulpflichtig wurden, sahen wir uns neuen Herausforderungen gegenüber gestellt. Leider konnten die Kinder nicht in der Wohnung außerhalb der Hauptstadt bleiben, sondern der Staat forderte nun, dass die Heimkinder einen festen Wohnsitz in der Stadt haben sollten. Somit dürfen wir unsere Einrichtung, die wir bewusst außerhalb der Hauptstadt bauten, nur noch im Sommer als Ferienheim benutzen.
Alle unsere Kinder sind mittlerweile schulpflichtig und leben in der Stadt in teuren Mietwohnungen. Der Großteil unserer Kinder geht zu normalen Schulen und entwickeln sich sehr gut. Sie sind in die Schulgemeinschaft integriert und gewinnen so manchen Wettbewerb.

Wir haben aber auch Kinder, die einen besonderen Förderbedarf haben, der an diesen Schulen nicht geleistet werden kann. So ist es für uns eine besondere Herausforderung, diesen Kindern trotz ihrer Behinderung eine Lebensperspektive zu vermitteln und ihnen Hilfe zu geben, sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Hier sehen wir uns verpflichtet, sie längerfristig im Leben zu begleiten. Deshalb planen wir die Wohnungen außerhalb der Stadt später als eventuelle Unterkunft für Menschen mit Behinderung.

Eine weitere Herausforderung war der Bau einer Dorfschule in Schaar Hooloi.2005 planten wir noch, die Kinder unserer Einrichtung selbst zu beschulen und den Kindern im Dorf ebenfalls eine Schulbildung zu ermöglichen. Mit dem damaligen Bürgermeister des Dorfes planten wir alles und nahmen den Bau eines Schulgebäudes in Angriff. Leider gab es in der Regierung einen Machtwechsel und somit wechselte auch der zuständige Bürgermeister. Dieser zeigte kein Interesse an dem begonnen Projekt. Die zugesagten Lehrer und die Genehmigung fielen aus.

Das Haus konnte dennoch gut genutzt werden. Im Sommer 2012 hatten wir die ersten Gäste, nämlich alle Kinder des staatlichen Kinderheims, aus dem unsere ersten Kinder kamen. Ihr Haus musste von Grund auf renoviert werden und so trat die Heimleitung mit der Frage an uns heran, ob die Kinder von Frühjahr bis Herbst vorübergehend bei uns unterkommen könnten. Natürlich haben wir unser Ja gegeben. So waren sie einige Monate bei uns in Schaar Hooloi. Die Heimleitung berichtet, dass die frische und saubere Luft auf dem Land den Kindern gut getan hat, so dass sie jetzt weniger krankheitsanfällig sind.

Im Frühjahr 2013 planen wir, die Heizeinrichtungen im Haus komplett einzubauen, so dass wir dieses Haus rund um das Jahr benutzen können. Eine Möglichkeit wäre, leukämiekranken Kindern und ihren Familien einen Ort der Erholung zu geben. Konkrete Planungen in diese Richtung laufen bereits. Das Projekt "Krankenwagen für die Mongolei" wurde auch im Rahmen dieser Arbeit realisiert. Das Auto steht jetzt schon in Schaar Hooloi in der Mongolei, dank des Einsatzes von 5 jungen Männern, die den Krankenwagen von Deutschland, quer durch Russland bis in die Mongolei brachten. Über solche Unterstützung sind wir sehr dankbar.